|
«Das Gedächtnis des Wassers»
oder ein spektakulärer Fall von Wissenschaftszensur
Michel Schiff
Nur wenig war in der hiesigen Presse über den «Fall Benveniste» geschrieben worden. Dieses Spärliche war oft unkorrekt, einiges davon gänzlich haltlos. Das «Delikt»: In einer aufwendigen Untersuchungsreihe gelang es dem französischen Wissenschaftler Jacques Benveniste 1984-1988 als Kopf eines 12-köpfigen Teams den Nachweis, dass ein in einer Wasserprobe hochpotenzierter Stoff (menschliches Blutserum) unter der Molekülgrenze trotzdem eine Wirkung auf einen anderen Stoff beobachten liess. Selbst bei einem extrem hohen Verdünnungsgrad war eine Reaktion auf ein anderes, mit Antikörpern versehenes Serum, feststellbar. Eine weitere Versuchsreihe ergabt, dass bestimmte Informationen in einer Wasserprobe mittels einem elektrischen Leiter («Black Box») auf eine zweite Wasserprobe übertragen werden konnte. Die Veröffentlichung dieser für eine wissenschaftliche Verifizierung der Homöopathie hochbrisanten Experimente im Fachjournal «Nature» im Jahr 1988 schien einem Stich in ein Wespennest gleichzukommen. Es hagelte aus Fachkreisen Entgegnungen, allerdings nahezu ausschliesslich Polemik. Eine fachliche Auseinandersetzung fand kaum statt. Es konnte nicht sein, was nicht sein darf. In einer beispiellosen Laborkontrolle wurde Benveniste des wissenschaftlichen Betrugs bezichtigt, die Forschungsgelder wurden ihm gestrichen, das Labor schliesslich geschlossen. Erst in den 90er Jahren wurde er rehabilitiert. Die Beschuldigungen mussten fallengelassen werden. Während die Betrugsbeschuldigungen 1988 in dicken Lettern auf den Titelseiten prangten, wurde dieser Meldung in den europäischen Medien kaum Raum gegeben.
Die packende Schilderung von Michel Schiff, Mitglied der staatlichen Forschungsorganisation CNRS, anfänglich den Ansichten Benvenistes gegenüber skeptisch eingestellt, beinhaltet Informationen aus erster Hand, hat er doch zahlreiche Experimente im Labor Benveniste selber begleitet und mitbetreut. Derzeit ist das Buch «Das Gedächtnis des Wassers» der einzige deutschsprachige Bericht über die bahnbrechenden Forschungen des französischen Immunologen und Mediziners.
Inhalt
- Vorwort von J. Benveniste
- Einführung
- Teil I: Das Sonderbare Verhalten gewöhnlichen Wassers
- Anomalien aller Fachgebiete, vereinigt Euch!
- Homöopathische Verdünnung: Schüttle kräftig, ohne zu erhitzen
- Agens X geht durch die Wand
- Teil II: Das sonderbare Verhalten gewöhnlicher Wissenschaftler
- Seid unbesorgt, die Wissenschaftler haben alles im Griff!
- Direkte Zensur ist nur die Spitze des Eisbergs
- Die pervertierte Anwendung gängiger Verfahren
- Gerüchte, Verleumdungen und Sarkasmus
- Repression in der Wissenschaft. Psychologische Aspekte
- Schluss
- Anhang
- Eine vergessene Anomalie: Wasser kann Glas auflösen
- Experimente zu hohen Verdünnungen
- Indirekte Übertragungsexperimente mit Herzen
- Direkte Übertragungsexperimente mit menschl. Neutrophilen
- Zwei Dokumente über verunreinigte Seren
- Ein Beispiel einer institutioneller Zensur
- Ein Beispiel für die pervertierte Anwendung statistischer Argumente
- Ein Beispiel für einen Scheinversuch
- Sieben Beispiele für Zermürbung, die von Nature publiziert wurden
- Wissenschaftliche Untersuchungen der Effekte hoher Verdünnungen
- Vier Briefe über einen Betrugsverdacht
- Thematische Analyse der Artikel, die Davenas et al. zitierten
- Register
Zu Jacques Benveniste siehe auch: Referent/innen «Wasser-Symposium» 2002 und seine Webseite www.digibio.com
|